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17.11.10

Kreativwirtschaft in Osnabrück - Die NOZ berichtet u. a. über formschoen I wortgewandt


Noch ist es nicht für jeden Osnabrücker erkennbar, doch in der Stadt tut sich was in Sachen Kreativwirtschaft. Ralf Döring von der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) hat das Thema jetzt erneut in einem seiner Artikel aufgegriffen. Darin stellt er vier Osnabrücker Kreative und die Beratungsleistungen von Tania Breyer vor . Sie ist hier vor Ort die Ansprechpartnerin des Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes.

Die Auswahl seiner Ansprechpartner zeigt die Bandbreite der hier ansässigen Kreativen: So arbeitet der promovierte Musikwissenschaftler und Musiklehrer Patrick Schmidt an einer Onlineplattform für Noten, während Julia Amelung als freie Grafikerin ihr Geld verdient und zusammen mit Matthias Häber das Mediencafé organisiert, einen Stammtisch für Osnabrücker Medienschaffende. Wolf Goetz hingegen ist Programmierer mit eigenen Firma und Initiator des CoLab. Das ist derzeit noch ein lockerer Verbund von Kreativen, die ein CoWorking-Space in der Stadt errichten möchten. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich angesprochen wurde, die Vierte im Bunde zu sein. Denn ich arbeite gerade an einem Konzept, wie man die Kreativwirtschaft in der Stadt einerseits noch stärker verankern und anderseit neue und bestehende Angebot noch besser für alle sichtbar machen kann. Außerdem habe ich seit kurzen ein neues Angebot fest in mein Portfolio aufgenommen: Die strategische Desginberatung für kleine und mittelständische Unternehmen, die durch ein entsprechendes Workshop-Programm ergänzt wird. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Den vollständigen NOZ-Artikel zum Nachlesen gibt es hier.

15.7.10

Lesestoff: iF product design award yearbook


Auf die iF-Awards bin ich das erste Mal während meines Industrie-Design Studiums aufmerksam geworden. Wir hatten nach zwei Semestern Grundkurs jeweils eines in den möglichen Vertiefungsfächern: Technisches Design und Bauliches Design. Technisches Design unterrichtete Prof. Ulrich Hirsch. Und der fuhr jedes Jahr mit seinen Studenten zur Cebit, wo auch heute noch die Preisträger des "iF product design awards" bekannt gegeben werden. Damals empfahl er uns, die Jahrbücher des Wettbewerbs zu kaufen, da diese stets einen guten Überblick über den aktuellen Stand des Produktdesigns geben würden. Da ich mich im Hauptstudium für den Schwerpunkt Bauliches Design entschieden habe, habe ich heute mehr Jahrbücher der Fachzeitschrift MD im Schrank als „iF product design award yearbooks“.

Doch dieses Jahr wollte ich es mal wieder wissen. Der Postbote hatte an dem zweibändigen Werk vom Birkhäuser Verlag schwer zu tragen: Auf knapp 1.000 Seiten werden im diesjährigen „iF product design award yearbook“ alle Gewinner des „iF product design award“ vorgestellt. 2010 gibt die Publikation Einblicke in den 16 Kategorien Transportation Design, Leisure / Lifestyle, Audio / Video, Telecommunications, Computer, Office / Business, Lighting, Furniture / Home Textiles, Kitchen / Household, Bathroom / Wellness, Buildings, Public Design / Interior Design, Medicine / Health+Care, Industry / Skilled Trades, Special Vehicles / Construction / Agriculture und Advanced Studies. Jeder Preisträger wird in Wort und Bild vorgestellt. Erleichterung bei der Suche nach bestimmten Produkten schafft ein ausführlicher Hersteller- und Designerindex. Darüber hinaus gehören auch Impressionen der Jurysitzung sowie Expertenmeinungen zu den ausgezeichneten Produkten mit in das Begleitwerk des Wettbewerbes. Mein Fazit: Prof. Hirsch hatte Recht. Auch heute noch bietet das Jahrbuch einen guten Überblick über den Stand des Produktdesigns. Jedes Mal beim Durchblättern fallen mir andere Produkte auf, zwei möchte ich hier einmal kurz vorstellen.

„COALguard“ ist ein Vorratsbehälter für Grillkohle, dass die KPG Design Group GmbH für Gorge & Co entworfen hat. Darin werden die kleinen Zündler vor Feuchtigkeit bewahrt und der Grillmaster vor dem Schmutzigwerden: Herkömmliche Kohlebeutel (bis 5 Kilo) aufreißen, in den Eimer packen & den Deckel drauf. Wenn gegrillt wird, kann die Kohle in passender Menge durch die Klappöffnung des Deckels auf den Grill geschüttet werden. Weitere Infos gibt es hier.

Auch interessant: Der Gehstock Bengala Erlanger von Mendes-Hirth. Denn er sieht auf den ersten Blick gar nicht aus wie ein Gehstock. Und wer nicht allzu gebrechlich ist, nutzt bestimmt lieber dieses formschöne Teil als die Alternative aus dem Sanitätshaus mit Krankenhausflair. Der Stock von Mendes-Hirth wurde zum Unterstützen beim Gehen konstruiert und bietet nach Meinung der Jury einen guten Griff, und ein Gummi am unteren Ende verhindert ein Wegrutschen. Das aus zertifiziertem oder recyceltem Holz gefertigte Stück gibt es in zwei Größen.

Mehr über die Preisträger des iF product design awards gibt es hier oder im dazugehörigen Jahrbuch, dass unter anderem hier erhältlich ist.

Fotos: Claudia Sarrazin
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22.9.09

Die Grand Tour vom heimischen Sofa aus erleben


Die Tage werden spürbar kürzer, ein heißer Tee ist willkommener als ein Eistee und der letzte Sommerurlaub scheint schon viel zu lange her? "Around the World - The Grand Tour in Photo Albums" ist das passende Buch für Nachmittage auf dem Sofa, die Kanne Tee neben sich auf dem Tisch und ein prasselndes Feuer im Kamin. Die beiden Autoren Barbara Levine und Kirsten Jensen entführen ihre Leser mit diesem Buch vom heimischen Wohnzimmer über Kairo nach Birma und zurück.

Es dokumentiert jedoch nicht nur eine geografische, sondern auch eine Zeitreise: Mittels Auszügen aus Fotoalben und Tagebüchern, Schnappschüssen, Land- und Postkarten sowie Hintergrundinfos erhält der Leser einen Eindruck davon, wie man um die Jahrhundertwende vom 19./20. Jahrhundert reiste. Damals, als der Begriff der "Grand Tour" noch mehr umfasste als einen langen Urlaub umfasste, als Fernreisen noch Abenteuer waren und Reisen eine Kunst.

Wer sich dafür interessiert findet bei Amazon vielleicht noch ein Exemplar. Über den Birkhäuser Verlag (ISBN: 978-1-56898-708-8) ist es zur Zeit leider nicht lieferbar.

16.4.09

Schwarz – die Lieblingsfarbe der Architekten.


Schwarz ist auch der Umschlag der Monografie "Marte.Marte Architects", die kürzlich zum zweitschönsten Buch der Welt gekürt wurde. Die Jury, die den österreichischen Buchpreis vergibt, lobte: "Unverkennbar – hier wird Architektur zelebriert." Das Buch, mit dem das Architekturbüro Marte.Marte Architects Zeugnis über seine wichtigsten Bauprojekte ablegt, wurde vom Atelier Reinhard Gestaltet In den 420 Seite starkem Werk, findet der Leser Bildstrecken und Texte, die nicht nur Aufschluss über die unterschiedlichen Architekturprojekte geben, sondern auch unterhaltsam geschrieben sind. Sie machen die Emotionen, die Architektur auslöst, sichtbar.



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30.1.09

Materiology. Was soll mir das sagen?

Das Buch Materiology stellt 110 Materialien sowie deren Be- und Verarbeitungsmöglichkeiten vor. Es liefert eine Fülle von Informationen in einem klar verständlichen Stil mit anschaulichen Illustrationen. Zielgruppe sind alle, die regelmäßig mit unterschiedliche Materialien arbeiten wie Architekten, Produktdesigner, Stylisten und Künstler. Es richtet sich an interessierte Laien und Studenten aber auch erfahrene Profis.

Materiology - Handbuch für Kreative: Materialien und Technologien, ISBN: 978-3-7643-8423-4, Birkhäuser Verlag

20.1.09

Ein weiterer Preis für den Erfolgstitel Projekt Vitra

Die Stiftung Buchkunst zeichnet jährlich die „Schönsten deutschen Bücher“ aus. Mit dabei das Buch "Projekt Vitra": Es erhielt den 2. Preis der „Preise der Stiftung Buchkunst 2008“. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Stiftung Bücher, die „ein außerordentlich hohes Engagement des Verlages und aller an der Herstellung Beteiligten und die in ihrer Ausstattung und Gestaltung Impulse für die moderne Buchgestaltung geben“. Seit 1984 werden jährlich drei Bücher aus den bereits prämiierten ausgewählt. Die Preise werden am 15. Oktober 2009 auf der Frankfurter Buchmesse überreicht.
Weitere Informationen zu Buch gibt es hier.

5.1.09

Beschleunigte Welt: Die Listen dessen, was man glaubt, tun zu müssen, verlängern sich


In einem Interview mit Christian Weber erklärt der Soziologe Hartmut Rosa SZ Wissen, wie die zunehmende soziale Beschleunigung die Gesellschaft und das Ich in Gefahr bringt. Der Artikel interessierte mich, da ich mich auch im meinem Diplom mit dem Thema der Be- und Entschleunigung auseinander gesetzt habe. In meinem Fall bezogen auf die Kulturgeschichte des Badens/Badezimmers und einen Entwurf eines Ablagesystems für eben diesen Raum.

Rosa hat natürlich einen anderen Ansatz. Seine These lautet, dass man die Moderne als Beschleunigungsgeschichte verstehen muss, wobei die Beschleunigung nichts mit der Dauer der Arbeitszeit zu tun. Was sich steigert, ist die Zahl der Handlungsepisoden pro Zeiteinheit. Ein Fazit seiner Arbeit: "Viele Menschen könnten sich in zeitlicher Hinsicht für bankrott erklären. Soll doch der Insolvenzverwalter entscheiden, wie viel Zeit ich meinem Arbeitgeber, meiner Familie und meinen Freunden schulde", so Rosa. Nicht nur deshalb stellt der Soziologe fest, dass die Sehnsucht nach Entschleunigung steigt. Er macht dies an Trends wie Slow Food, esoterischen Bewegungen, Klosterurlaub oder dem Fernsehverzicht fest. Gleichzeitig stellt er fest, dass es keine moderne Gesellschaft ohne Beschleunigung gibt.

Das ganze Interview steht hier im Netz.

19.12.08

Das 18. Türchen

Ein Lesebuch für Virta-Fans ist das "Projekt Vitra", das von Rolf Fehlbaum herausgegeben wird und im Birkenhäuser Verlag erschienen ist. Spannend daran: Es gibt darin einiges bisher unveröffentlichtes Material aus den Vitra-Archiven zu sehen und lesen. Und man erfährt so manche Geschichte, die hinter den Möbelikonen steckt sowie einiges über die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Gestaltern. Darüber hinaus wurde die Textsammlung von einer Reihe interessanter Autoren verfasst. Abgerundet wird der Überblick durch eine Firmengeschichte und ein umfassendes Glossar. Ein Vorteil für Leute mit wenig Zeit: Man kann es immer mal wieder zur Hand nehmen, weil die meisten Texte auch für sich gelesen werden können. Außerdem ist es von der Größe her eher ein Taschen- als ein Tablebook.

Das Projekt Vitra beginnt 1957 in Birsfelden bei Basel mit der Produktion der Möbel von Charles & Ray Eames und George Nelson. Heute ist Vitra weltweit tätig und bekannt für seine Produkte und kulturellen Initiativen, die sich im Vitra Design Museum, seinen Sammlungen und der Architektur des Unternehmens manifestieren. Vitra versteht sich in erster Linie als Projekt, das getrieben ist vom selbst erklärten Anspruch, die Welt zu gestalten.

Mehr Infos gibt es hier.

25.11.08

Für Globetrotter und solche, die es gerne wären


Was haben New York, London, San Francisco und Seattle gemeinsam? Daily Candy. Das ist ein Internet-Lifestylemagazin mit unterschiedlichen Ausgaben.
Während "Daily Candy Everywhere" als Mantelteil fungiert, gibt es diverse Städte-Ausgaben, neben den genannten u.a. auch in Boston und Washington, und Newsletter zu bestimmten Themenbereichen wie Travel, Deals und Kids. Das beste dran: Das kostenlose Newsletterangebot kommt täglich per Mail.


Die Städte-Ausgaben berichten über neue Shops und Lokale, bieten Tipps zur Wochenendgestaltung und berichten über Modetrends. Das Abo lohnt sich auch für all diejenigen, die nur davon träumen, die Daily-Candy-Städte zu besuchen. Denn meist gibt Links zu den Homepages der im Artikel vorgestellten Örtlichkeiten und Firmen. Viele im Newsletter präsentierte Produkte sind über´s Internet auch online erhältlich.
Ein weiterer Grund für den Blick auf die Seite: Die Aquarell-Illustrationen!
Neugierig geworden? Hier gibt´s mehr Infos. Fotos: Daily Candy.

Steelcase-Studie: "Global Villages at Work"


In einer dreijährigen Studie hat der Büromöbelhersteller Steelcase den Zusammenhang zwischen der jeweiligen nationalen Arbeitskultur und der Gestaltung von Arbeitsumgebungen betrachtet.
Das Ergebnis dieser Forschungsarbeiten wurde nun in dem Buch „Der Büro-Code“ veröffentlicht. Ein Buch, das aufzeigt, wie Unternehmen ihre Angestellten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Denkansätzen erfolgreich integrieren können. Multinationale Unternehmen beschäftigen zunehmend Mitarbeiter verschiedenster Nationen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen und sehen sich damit immer wieder Konflikten ausgesetzt. “Der Büro-Code” untersucht die Arbeitskulturen in sechs europäischen Ländern und macht die kulturellen Unterschiede zwischen Nationen und deren Auswirkungen auf Bürokommunikation und Raumplanung sichtbar.

„Der Büro-Code“ basiert auf Forschungen des holländischen Soziologen Gert Hofstede, der im Rahmen einer Studie für IBM in den 70er Jahren ein Model entwickelte, um Kulturen besser verstehen zu können. Dieses Modell hat fünf Dimensionen bzw. Eigenschaften festgemacht, die das kulturelle Verständnis beeinflussen:
Die fünf Dimensionen der Lebenskultur nach Hofstede
1. Autokratisch versus Dialogorientiert (Die Entfernung zur Macht)
2. Individualismus versus Kollektivismus
3. Männlich versus Weiblich
4. Unsicherheitstolerant versus Sicherheitsorientiert (Die Vermeidung von Unsicherheiten)
5. Langfristig versus kurzfristig

Das Buch bietet darüber hinaus eine ausführliche Analyse der kulturellen Unterschiede zwischen Grundrissen, Anekdoten und Fallstudien, die während der Interviews und Beobachtungen in den sechs Ländern gesammelt werden konnten.
“Neben den feinen alltäglichen Unterschieden zwischen den Kulturen haben wir auch Diskrepanzen in der Wahrnehmung und Akzeptanz von Mega-Trends, wie z. B. Homeoffice, entdeckt“ sagt Beatriz Arantes, Co-Autorin und Sozialwissenschaftliche Forscherin bei Steelcase Workspace Futures in Europa. Während in Skandinavien oder in den Niederlanden das Prinzip Homeoffice akzeptiert und anerkannt wird, ruft in Frankreich die Abwesenheit vom Arbeitsplatz Missbilligung hervor, was auf eher hierarchische Bürostrukturen zurück zu führen ist. Dies sind wesentliche Unterschiede, die die Unternehmen, wie sie exemplarisch im Buch vorgestellt werden, durch eine strategische Arbeitsplatz-Gestaltung auf der einen, und Verständnis auf der anderen Seite, bewältigen können.
Weitere Infos gibt es hier.

17.10.08

Inszenierungen eines (Einkaufs-) Traums.

Es gibt solche und solche: Kaufhäuser. Die Bandbreite bewegt sich zwischen Luxustempel und kleiner Kaufhausfiliale.
Während die Hertie-Gruppe im Sommer Insolvenz anmelden musste, fungieren das Alsterhaus in Hamburg und das "Kaufhaus des Westens" (KaDeWe) immer noch als Magneten - zumindest für Touristen. german-architects.com hat sich daher einmal mit dem Thema befasst und folgendes festgestellt: "Das Kaufhaus" gibt es nicht. Denn die Einkaufsoasen waren schon immer dem steten Wandel unterworfen - vom großen, repräsentativen Bau mit innen liegenden Galerien und Lichthöfen, Wintergärten und Gaststätten wie dem Wertheim-Bau in Berlin bis hin zu den Shopping Malls, wie den mit dem Straßenraum verwobenen Münchner "Fünf Höfe" (Herzog & de Meuron, Ivano Gianola, Hilmer & Sattler).
Hier geht´s zum Artikel.

Das ungeschriebene Buch


Wie verwandelt man ein unscheinbares Notizheft binnen zehn Jahren in eine weltbekannte Marke? Durch eine gute Geschichte. Die klingt zwar viel zu schön, um wahr zu sein, aber so gehört sich das auch bei einer Legende - wie Moleskine. Was hinter der Geschichte steckt erklärte Mathias Irle in der Wirtschaftszeitschrift Brand eins.
Lesen Sie hier.

Architekten lesen

Die Zeitschrift ist tot, es lebe die Zeitschrift. Für Architekten gibt es quantitativ gesehen mehr als genügend Lesestoff in Form von Fachmagazinen - doch worin unterscheiden sie sich? German-architects.com ging der Frage auf den Grund. Eine Antwort darauf finden Sie hier.

2.10.08

Infos, Tipps & Arbeitsproben von Designern für Designer

SLANTED.de ist ein Weblog, der Typografie und Gestaltung zu seinem Thema macht.
2004 gegründet, ist der Blog inzwischen zu einem umfangreichen Design-Portal und Diskussions-Forum im deutschsprachigen Raum herangewachsen. Parallel zum Weblog existiert seit 2005 das Typografie-Magazin SLANTED, welches vier Mal jährlich erscheint und die Bereiche Typografie, Gestaltung, Illustration und Fotografie verbindet. Es widmet sich den Themen ausführlicher und intensiver. Sowohl der Blog als auch das Magazin fördern und fordern als Experimentierfeld die Auseinandersetzung mit diesen Bereichen. Dabei geht es auch darum, diese anders zu sehen, sie kennen zu lernen, und über sie nachzudenken.
Zur Homepage geht es hier. - fIw findet: Sehr lesenswert!

25.9.08

Für Köche und Baumeister

Was hat Architektur mit den Themen Nahrung und Kochen zu tun? Viel – und das ist nachzulesen in dem Buch „Der Architekt, der Koch und der gute Geschmack“ von Petra Hagen Hodgson und Rolf Toyka (Hrsg.).
Architektur und Essenszubereitung sind feste Bestandteile unserer Kultur. Sie spiegeln beide die Besonderheiten ihrer jeweiligen Epoche wieder. Mit einem großen Unterschied: Ein schlechtes Essen lässt sich mehr oder weniger gut und schnell verdauen, schlechte Architektur leider nicht.
Darüber hinaus sind sowohl das Kochen als auch das Bauen für uns Menschen nicht nur notwendig. Sie enthalten beide ein kulturelles, ästhetisch-sensorisches Moment. Außerdem sind die Qualität des Ausgangsmaterials und die Kreativität des Architektens/Kochs entscheidend: Da wird gemessen und proportioniert, geformt und gestaltet, gefügt und komponiert, wie Petra Hagen Hodgson feststellt.
Das Besondere des Buches, sind seine unterschiedlichen Themenbereiche und Ansätze, sowie die Vielfalt der Autorenpersönlichkeiten und die daraus resultierende Bandbreite der Texte.
Petra Hagen Hodgson, Rolf Toyka (Hrsg.): Der Architekt, der Koch und der gute Geschmack. Basel/Boston/Berlin (Birkhäuser Verlag) 2007. 200 Abb., 160 S., 39,90 €.
ISBN-13: 978-3-7643-7331-3.

20.9.08

Bankenkriese = Kulturkriese?

Wenn ein Riese einen Herzinfarkt erleidet und zusammenbricht, erschlägt er beim Hinfallen oft die Kleinen, die in seinem Schatten gestanden haben. Dass dazu auch Kultureinrichtungen zählen könnten, erklärt Hannes Stein in seinem aktuellen "Welt"-Artikel "Die Bankenkrise trifft auch Amerikas Kultur".

In den Nachrichten ist die Bankenkrise DAS Thema. Doch die Folgen der aktuellen Vorgänge betreffen nicht nur die Finanzwirtschaft: In New York haben sich gleich zwei Riesen mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Brust gegriffen: die Investmentbank Lehman Brothers, die Konkurs angemeldet hat, und Merrill Lynch, die kurz vor dem Exitus von der Bank of America aufgekauft wurde. Was bedeutet das für die schönen Künste? Schließlich werden Museen und Theater in New York nicht vom Staat unterhalten, sondern sind auf Spenden angewiesen.

Den kompletten Text lesen sie hier.

18.9.08

Petersilia, Konstruktiva, Abstrakta, Maizena, Mariechen, Amerika und Rosina Sultanina

Wer das Wort Bauhaus hört, denkt bestimmt nicht als erstes ans Essen oder das Thema Gesundheit. Deshalb gibt es jetzt auch von Ute Ackermann das Büchlein „Das Bauhaus isst“. Warum ein Buch über das Essen am Bauhaus? Die Bauhaus-Philosophie hatte ein ganzheitliches Menschenbild vor Auge. Daher beschäftigten sich Schüler wie Meister auf unterschiedliche Weise mit dem Thema.
Um 1920 war ein Großteil der Studierenden am Bauhaus alles andere als gesund, denn es herrschte Hunger und Not allenthalben. Um diesem Problem entgegenzuwirken – schließlich ist Kreativität mit knurrendem Magen nur schwerlich möglich – kümmerte sich Bauhausleiter Walter Gropius persönlich um das Problem. Er überredete Sponsoren, regelmäßige Mahlzeiten für die Studenten zu finanzierten. Dazu wurden im Haus gestaltete Essensmarken eingeführt. Außerdem züchteten die Bauhäusler im eigenen Garten Gemüse. Wie schon die Reformpädagogen, die Vegetarier, die Jugend- und Siedlungsbewegung suchten sie dabei das authentische Leben – als Gegenpol zur zunehmenden Technisierung – sowie den Typus des „neuen Menschen“. Dieser sollte sich seinem Körper und der gesunden Nahrungsaufnahme bewusst werden.
Dazu brauchte man natürlich auch entsprechende Gebäude und Gerätschaften. Deshalb entstand mit dem Weimarer „Haus am Horn“ ein Typenbau, der der Gestaltung der Küche eine herausragende Rolle zuwies. Ausgestattet mit modernster Haustechnik diente das „Haus am Horn“ auch der Entlastung der Frau von traditioneller Hausarbeit. Die Küche konzipierten Benita Koch-Otte und Ernst Gebhardt als reinen Arbeitsraum und nicht wie damals üblich als Wohnküche. Dazu entwarfen ihre Kollegen passendes Geschirr und Vorratsbehälter.
Wie zu Hause konnten sich Studenten und Meister auch im Restaurant „Kornhaus“ fühlen: Die gesamte Einrichtung vom Teppich bis zum Türgriff stammte vom "Bauhaus", und es gab auch vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Das war wichtig, weil viele Bauhäusler Vegetarier, bzw. Anhänger des Mazdaznan waren.
Mazdaznan war eine psychobiologisch-spirituelle Reform und Variante des Vegetarismus. Dazu gehörten nicht nur eine strenge Diät, sondern auch das Singen von bestimmten Liedern und ein Erkennungspfiff. Der Weg zur Selbsterlösung sollte durch eine innerliche und äußerliche Lebensform erreicht werden. Kahlgeschoren und in Bauhaustracht gingen Mazdaznan-Anhänger wie Itten ihren Pflichten nach - und zwar nicht ohne jeden Gedanken zu reflektieren, richtig zu atmen und zu essen. Damit das auch klappte, gab es das Mazdaznan-Kochbuch mit Rezepten für Nerven-Brot, Graupen-Wurst oder Isländisch-Moos-Pudding. Diese Sachen sollte nicht nur lecker sein, sondern zugleich den Körper reinigen und verfeinern. Fastenkuren und zu wenig nahrhaftes Essen führten jedoch dazu, dass Unterernährung, Magen- und Darmkatarrhe und sogar Ohnmachten und Schwächeanfälle bei den Mazdaznan-Anhängern an der Tagesordnung waren. Zum Glück beherrschte Meister Itten die Techniken der Wiederbelebung.
Wenn man das liest, erleichtert die Nachricht, dass die Bauhäusler auch richtig feiern konnten! Studenten und Bauhaus-Meister waren sogar für ihre ausschweifenden Feste bekannt und wurden auch deshalb misstrauisch vom Kleinbürgertum beäugt. Ging man zu einer Party, brachte man ein Geschenk mit, wobei essbare Präsente am besten ankamen. Da verwundert es nicht, dass Oskar Schlemmer zur Bauhausweihnacht 1922 nach der Geburt seiner zweiten Tochter noch weitere Töchter geschenkt bekam: Petersilia, Konstruktiva, Abstrakta, Maizena, Mariechen, Amerika und Rosina Sultanina waren allerdings nicht aus Fleisch und Blut, sondern allesamt aus Teig gebacken.

Ute Ackermann: „Das Bauhaus isst“, E. A. Seemann-Verlag, Leipzig 2008.

Mies und die Fledermaus

Was den Architekten der Moderne, Mies van der Rohe, mit dem aktuellen Batman-Film zu tun hat? Lesen Sie hier.

11.9.08

Identitätsmangement: Das digitale Ich – und die Folgen

Tim Cole belegt an persönlichen Erfahrungen, dass der Schutz der digitalen Identität alle angeht: Staat, Wirtschaft und jeden Einzelnen. Lesen Sie hier weiter!

Alt und Jung in der Kreativbranche - Ein Interview der Zeitschrift PAGE mit Peter Wippermann.

In der Zeitschrift PAGE 08/2008, dem Magazin für Design, Werbung & Medien, ist ein Interview von Jutta Nachtwey ist mit Peter Wippermann zum Thema erschienen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.